Erster Advent. Kalt draußen. Erste Winter- oder wahlweise Weihnachtsstimmung kommt auf. Da passte es perfekt, dass William Fitzsimmons im Motoki Wohnzimmer spielen sollte. Das Konzert war wider Erwarten recht schnell ausverkauft – ist der nette Herr mit dem großen Bart (Nein! Nicht der Weihnachtsmann, Scherzkeks.) noch nicht sehr bekannt in deutschen Gefilden. Das Wohnzimmer, welches mehr und mehr zu meiner Lieblingslocation avanciert1, war recht schnell gefüllt und wir ergatterten uns einen Platz direkt in Spuckweite.
Da konnte es ja losgehen. Ohne große Worte der Begrüßung trat der Sänger Malte Jantzen alias Sunday Parlours auf die Bühne und begann sein Set. Mehr Wispern als Singen, mehr Hauchen als klare Worte, mehr ruhige Töne als laute. Zarter Lo-Fi, der direkt die Herzen der Anwesenden traf, traute man sich nicht einmal, ein Bier aus dem Kasten zu nehmen oder zu quatschen. Wunderbar.
Durchatmen und warten. Nach einer kurzen Pause betrat dann William Fitzsimmons aus Jacksonville, Illinois in Begleitung eines befreundeten Musikers die Bühne. Dieser Bart! Neben seiner eindrucksvollen Musik wohl auch (s)ein Markenzeichen.
Sein erst kürzlich in Deutschland erschienenes aktuelles Album “The Sparrow & The Crow” “Goodnight” läuft seit Wochen hoch und runter. Seine Balladen, oftmals mit den Themen Familie, Liebe und Freundschaft, gepaart mit seiner gehauchten Stimme, gehen einfach nicht mehr aus dem Ohr. Während die älteren Stücke noch akustisch bzw. elektronisch angehaucht waren, so hat er sich für das aktuelle Album Bandbegleitung besorgt, unter anderem von der Sängerin Priscilla Ahn.
Wenn man seine melancholischen Lieder hört, mag man schnell voreilig darauf kommen, dass dieser Mensch ein Kind von Traurigkeit ist. Aber im Gegenteil. Er machte Späßchen über sein schlechtes Deutsch, über eine dann-doch-nicht-Amerikanerin aus dem Publikum und nahm auch einen Kabelbruch mit Humor. Der typische Singalong bei “You still hurt me” durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Setlist bestand gehäuft aus Liedern vom Album “The Sparrow & The Crow, wie zum Beispiel “We feel alone” oder meinem persönlichen Favoriten “If you could come back home”2, aber auch ein paar Lieder der älteren Alben und ein Cover von Iron and Wine fehlten nicht. Gerne hätte er noch Stunden weiter gespielt, aber da das motoki-Kollektiv einen unliebsamen Nachbarn hat, musste er nach einer Zugabe um 22.20 Uhr die Bühne leider verlassen. Die perfekte Begleitmusik für den ersten Advent. Zum Abschluss noch ein Video vom letzten Lied “When you were young”. Viel Spaß damit!


Hach fein, ich mach mich jetzt gleich auf den Weg zu seinem Berlin Konzert. Eine Karte hab ich gestern noch ergattert und mit lieben Leuten als Begleitung kann der Abend nach diesem bericht ja nur gut werden:-)
war echt sau gut…
freu mich schon auf frankfurt!
Und in Berlin war es so kuschelig;-)
Naja, auch nur weil’s so eng war, was dem Konzert aber keinen Abbruch getan hat.