Circa eine Woche vor offiziellem Release des neuen Albums Caché kamen Monochrome nach Solingen. Nach Solingen? Was treibt eine Band dazu, ausgerechnet in die selbsternannte „Rockcity No. 1“ zu kommen? Ein gutes Booking? Neue Venues? Ich weiß es nicht und ehrlich gesagt, war und ist es mir auch ziemlich egal. Denn ich freute mich schon sehr, da auch der Veranstaltungsort mir gut dafür erschien. Ein paar Songs konnte man sich ja schon vorab anhören und so war die Vorfreude noch größer.
Aber erst noch ein paar Worte zum Vorprogramm. Under Languid Lights aus Köln spielten als erstes. Post-Rock mal wieder. Leider der etwas langweiligeren Art. Standard würde ich fast sagen. Nichts neues, viel bekanntes. Danach dann Torpedo aus Schweden. Die neue Band um zwei Mitglieder von Tiger Lou. Wer, wie ich, sich auf Musik in Richtung der schwedischen Indie-Pop Kapelle Tiger Lou eingestellt hatte, wurde leider enttäuscht. Zu viel Glam, zu viele Posen, zu viele lange, eintönige Passagen. Spielfreude war wahrlich vorhanden, jedoch sollte der Funke nicht überspringen. Umso mehr dann bei Monochrome.
Wer die Band nicht kennt, hier vielleicht eine kurze Vorstellung. Aus der Hardcore-Band Dawnbreed entsprungen, machten sich Monochrome daran, mit einer Mischung aus Pop, Indie und Noise den Pophimmel (?) zu erobern. Das Ganze garniert mit einer gehörigen Portion Groove, weiblichem und männlichem Doppelgesang, poetischen Texten und einem genialen Live-Auftreten. Mein musikalisches Herz hatten sie schon damals im AZ Conni in Dresden erobert. 2003 war das. Doch schon eine Weile her. Genug nun aber mit der Werbung.
Da standen sie also auf der Bühne und warteten nur darauf, analog und ehrlich Feuer zu geben. So kam es dann auch. Wenn sich dann bei mir ein Dauergrinsen einstellt und die Beine nicht mehr aufhören wollen mit wackeln, hat es eine Band wohl geschafft. Von „Fällt“ bis „Gegenstück“, alle „Hits“ aus alten Tagen wurden gespielt und dabei mit neuen Stücken gekonnt gemischt. Ich wage zu behaupten, dass die neuen Stücke gar nicht weiter auffielen. Dies sei dann aber nicht als Kritik zu verstehen. Im Gegenteil. Die neuen Songs mischten sich perfekt in den Monochrome-Kosmos ein. Gewohnt kurze Ansagen, ekstatische Bewegungen und eine Wucht, die ihresgleichen sucht – super! Eine Zugabe, kleineren Ausfällen seitens des Publikums und der Technik später, verließ die Band dann auch endgültig die Bühne. Zum Glück hatte ich mich schon vorher am Merch-Stand bedient, denn leider hatte die Band nur wenige Exemplare des neuen Albums mit, wodurch einige Besucher und willige Käufer leider leer ausgingen. Aber bestellen geht ja auch. Oder spätestens dann im September im Gebäude 9 kaufen. Denn da spielen sie am 20. des besagten Monats wieder. Schande, wenn man da nicht wieder hingeht. Pflichtprogramm!

Deine Beine haben gewackelt? Na da wär ich ja gern dabei gewesen. Ich glaub, das hab ich mir dir noch gar nicht erlebt;-)
Also gewackelt. Minimal.