Manche Konzerte sind etwas ganz Besonderes. Man merkt das schon, wenn man den Konzertraum betritt. Wenige Menschen betreten diesen, schauen sich um, sehen ein paar Instrumente auf der Bühne stehen und setzen sich gespannt auf den Boden. Da ist jedes Flüstern ein lautes Quatschen, jede Zigarette zuviel geraucht und jedes Blitzlicht zuviel Licht auf kleinen Raum.
So auch gestern.
CJ Boyd aus Chicago, Illinois als Ein-Mann-Vorband. Virtuoses Bassspiel, gelooped, zwei 15-minütige Lieder, faszinierend.

Danach dann Ef aus Göteburg, Schweden. E-Cello, kurzzeitig mit Violinenbogen gestrichene Gitarren, Glockenspiel, Trompete, Viola, drei E-Gitarren, ein Bass, ein Drummer. Ich kannte sie vorher gar nicht – so konnte ich unvoreingenommen an das Konzert gehen. Kurzzeitig dachte ich an Sigur Rós, dabei waren sie doch ganz anders. Schön ist, wenn sogar die zwei anwesenden Fotografen ergriffen sind. Nicht schön ist, wenn eine der beiden sechs Mal versucht, mit Blitz ein Foto zu machen und damit jeglichen Moment zerstört. Leise Momente, kurze laute, ein phänomenaler Schluss: Dabei schmiss der eine Gitarisst in Trance seine Gitarre auf den Boden, ließ sie liegen, ging aus dem Raum um dann kurz danach wiederzukommen und weiterzuspielen. Perfekt.

Noch einmal Respekt an das Duisburger Publikum. Kein Applaus solang, bis die Bandmitglieder “Thank you” sagten.
Zwischen Menschen.1
Vielen Dank an Jonas für die Fotos! Mehr davon gibt’s auf Flickr.
- Asche auf mein Haupt für den Zitatklau, Bianca. Aber das passt hier nur zu gut. [↩]

Meine Güte. Ich fühle mich ausgebeutet, bestohlen, benutzt – und geehrt.
Schade nur, dass ich gestern dieses Kleinod an Emotionalität und Wahrhaftigkeit gelöscht habe. :/